Stagflation droht

Ein explodierender Ölpreis, steigende Rohstoffpreise, geringe Investions- und Konsumneigung, Dow und Dax auf Talfahrt, Wachstumsstillstand. Jetzt deutet sich für Deutschland ein Szenario an, das Ökonomen fürchten wie der Teufel das Weihwasser: Stagflation.

Stagflation ist eine – eher seltene – Mischung aus Stagnation und Inflation. Die Wirtschaft wächst nicht mehr, Investitionen ruhen, aber trotzdem steigt die Inflationsrate. Auslöser sind meist externe Schocks, beispielsweise wie jene Stagflation Anfang der 70er während der Ölkrise.

Das Schlimme an einer Stagflation ist, dass man wenig dagegen tun kann. Normalerweise würden die Notenbanken bei Inflation die Zinsen erhöhen, was aber in der jetzigen Situation das Wachstum noch weiter verlangsamen würde. Da Inflationsbekämpfung und Stimulation des Wachstums einander widersprechen, sind die Ökonomen bei Stagflation so ziemlich ratlos.

Vielleicht bleibt nicht viel mehr übrig, als die missliche Situation auszusitzen. Aber eines können wir doch lernen: Wir müssen uns schnellstens von den knappen und damit teurer werdenden Energieimporten aus dem arabischen Raum und Russland unabhängig machen.

Noch ist es zu verkraften, wenn der Preis für Rohöl innerhalb eines Jahres von 67 auf 142 Dollar steigt. Aber was machen wir, wenn der Rohölpreis auf – sagen wir – 300 Dollar klettert? Hier steckt die eigentliche Lehre, die es aus dieser stagfaltiven Misere zu ziehen gilt.