Globale Inflation

Heute das Auto betankt. Der Liter zu 1,56 Euro. Die Inflation rennt. Insbesondere bei Benzin, Energie und Lebensmitteln. Man spürt es jeden Tag im Portemonnaie. Offiziell liegt die Inflation etwas über 3 Prozent. Gefühlt bei 8 Prozent.

Machen wir uns nichts vor: Die goldenen Zeiten mit niedrigen oder sinkenden Inflationsraten sind vorerst vorbei. Denn gegen die Inflation dieser Tage ist kein Kraut gewachsen. Sie entzieht sich der Einwirkungsmöglichkeit der nationalen Regierungen ebenso wie der Macht der Notenbanken.

Denn diese Inflation ist ein weltweites Regulativ, rührt sie doch von Knappheit her. In China, Indien oder Osteuropa wollen die Menschen auch Auto fahren und endlich am Wohlstand teilhaben. Dies führt zu einer enormen Steigerung der Nachfrage. Und, ökonomische Regel Numero Eins, knappe Güter steigen im Preis.

War in den 80er Jahren die zu hohe Geldmenge die Ursache der Inflation, so ist es jetzt die Knappheit auf den Gütermärkten. Für den Westen ist das Zeitalter der üppig vorhandenen Rohstoffe vorbei, aus Überfluss wird zunehmend Knappheit. In einer ersten Phase führte die Globalisierung durch Effizienzgewinn zu sinkender Inflation, in einer zweiten Phase nun zu steigendem Inflationsdruck.

Denn die Globalisierung hat vielen Schwellenstaaten einen höheren Lebensstandard ermöglicht. Das ist gut so und nun müssen die Industrieländer die begrenzten Ressourcen teilen – und dafür einen höheren Preis zahlen. Die Preise steigen. Kräftig. Auf lange Sicht.