Drei Wünsche

wunsche.jpg Dieses anmutige Buch aus dem Reclam-Verlag ist ein Kleinod für Jazz-Freunde. Es lädt ein zur nostalgischen Reminiszenz und zum tiefgehenden Staunen. Die Baronesse Pannonica de Koenigswarter, die jüngste Tocher von Charles Rothschild, war eine Jazzverrückte, seit sie als junges Mädchen die Plattensammlung ihres Vaters entdeckte.

Später wurde sie Vertraute und letzter Anker vieler meist schwarzer Jazz-Musiker im New York der 50er und 60er Jahre. Nica war die Frau, in deren Wohnung Charlie Parker Obdach fand und starb und in der Thelonious Monk neun Jahre lebte.

In über zwei Dutzend Jazzkompositionen flog ihr der Dank der Musiker zu. Nica oder My Dream of Nica von Sonny Clark beispielsweise oder das berühmte Pannonica von Thelonious Monk.

Mit ihrer Polaroid-Kamera fotografierte die Baronesse 300 ihrer Musikerfreunde und ihnen allen hat sie die Frage gestellt, was sie sich wünschen würden, hätten sie drei Wünsche frei. Ihre Großnichte Nadine de Koenigswarter hat aus den Antworten ein leidenschaftliches und liebenswertes Buch gemacht.

Ebenso interessant wie die leicht vergilbten Polaroids erscheinen die drei Wünsche der Grossen des Jazz. Von Monk, Dizzy Gillespie, Coleman Hawkins, Art Blakey oder Clark Terry. In ihren Wünschen zeigen sich die Künstler als sorgengeplagte underdogs, die in einem zähen Kämpf um künstlerische Anerkennung, materielles Auskommen und wohl auch ein bißchen Liebe ringen. So drehen die meisten Wünsche sich um die Themen Geld, die Musik und Frauen.

Mein Lieblings-Dreier? Hier ist er:
1. Glück.
2. Musikalischen Erfolg.
3. Das Dritte will mir nicht einfallen!… Ich überlegte krampfhaft, was es ist…. Jetzt weiß ich’s! Ich wünsche mir ein Baby!
Dies schrieb Freddie Hubbard.

Der lakonische Miles Davis brachte nur drei Wörter zu Papier, denn er hatte nur einen Wunsch: WEISS zu sein.

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