Namens-Globalisierung

Wenn ich die Klassenlisten meiner Kinder überfliege, dann sehe ich da eine Janina, eine Natascha oder einen Pierre und einen Jeffrey. Allein an den Vornamen, die wir unseren Kindern geben, manifestiert sich ein Öffnen zur Welt und eine Abkehr von gutbürgerlichen deutschen Namen wie Walter, Ludwig oder Brigitte. Auch diese Weltläufigkeit stellt einen Ausschnitt der Globalisierung dar.

Oft haben die althergebrachten deutschen Namen den Wettbewerb in den Köpfen der Eltern gegen die wohlklingenden französischen oder angloamerikanischen Namen verloren. Die Eltern machen von ihrer Freiheit Gebrauch, einen ausgefallenen Vornamen für ihre Kinder zu suchen. Dies bleibt ein sehr persönliches Anliegen und ist das gute Recht von Vater und Mutter.

Stellen wir uns einen Moment vor, wir würden dieser Namens-Globalisierung begegnen, so wie wir uns bisweilen auch aus dem globalen Wirtschafts-Wettbewerb heraus zu mogeln versuchen: mit Protektionismus, Regulierung, Mindestlöhnen, Quotierungen, Gesetzen und Verordnungen.

Malen wir uns diese Welt mit eingeschränktem idiomatischen Wettbewerb einmal aus: Nur jedes zweite Kind dürfte einen fremdländischen Vornamen tragen, der ausländische Vorname müsste mit einem deutschen gekoppelt werden, wir würden eine Demo gegen ausländische Namen organisieren. Was wäre das für eine Vorstellung?

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Ein Gedanke zu „Namens-Globalisierung

  1. Claudine Weber-Hof

    From an American perspective, restrictions on things like names seem a strange idea indeed. But each culture has its own values, in names as in economic practices.

    Some of the “quaint” customs here in Germany, such as not being able to shop (Edeka at the Munich airport excluded) on Sunday, seem at first to be old-fashioned, and anti-business. Few US or UK expatriates find it easy to warm up to traditions like these.

    But, once they get used to them, many come to see the advantages of having these rules in place. Must the pace of life be as crazy in Germany as it is, say, in the US? Does anyone really need to be called “Moon Unit”?

    Of course, why one couldn’t be called “Claudine” or “Raphäel” when living in Germany, Japan, or farthest Siberia is a mystery to me. Surely local cultures can survive and adapt to these minor aberrations.

    Free choice at the individual level is a good thing. But in the US we’ve seen that without an active community life to keep things on an even keel, you can end up with a society of extremes. That’s certainly food for thought.

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