English - as early as possible

Vor kurzem wurde ein Gutachten von Professor Dieter Lenzen von der Freien Universität Berlin bekannt. Bildungsrisiken und Bildungschancen im Globalisierungsprozess. Dynamit.

Lenzen fordert unter anderem einen frühen Einstieg ins Englischlernen. Denn bei Kleinkindern wird der Spracherwerb durch neurobiologische Prozesse vereinfacht, Kinder unterscheiden in frühem Stadium nicht zwischen Fremd- und Muttersprache. Doch das Zeitfenster, das es zu nutzen gilt, ist eng. Ab fünf, sechs Jahre werden Fremdsprachen rein intellektuell erworben, also mit Schweiß.

Die Studie deckt nochmals die Defizite auf, die Fachleuten seit langem bekannt sind. Schwachpunkt in Deutschland bleibt die Lehrerausbildung, strategisch und in der Umsetzung. Zu wenig Spezialisten, zu wenig Geld, zu oberflächliche Lehrpläne, insbesondere im Grundschulbereich. One person, one language muss die Devise heißen. Ein Unding, dass Englisch von Fachfremden mit übernommen wird. Eigene Englischlehrer sollten eine Selbstverständlichkeit sein.

Der Englischunterricht im Sekundarbereich sollte eine stärkere Berufsperspektive besitzen. Englischer Immersionsunterricht kann ein kluger Schachzug sein. Also Sprache nicht als Unterrichtsgegenstand, sondern Englisch als Unterrichtssprache. Mathematik, Erdkunde, Musik oder Sport bieten sich an. Doppelt genutzte Zeit.

Noch immer geben wir Englisch im Unterricht nicht den Stellenwert, den es eigentlich haben müsste. Wir Deutsche müssen uns langsam an den Umstand gewöhnen, dass Englisch hierzulande heute keine Fremdsprache mehr ist, sondern eine Art offziöse Zweitsprache.

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