Schönen Feierabend
Arbeit ist Selbstverwirklichung. Ein ausgefülltes Berufsleben kann eine tiefe Erfüllung bedeuten. „Wenn Du einen Beruf hast, der Dir Spaß macht - dann musst Du keinen Tag arbeiten.“ Im Berufsalltag kann man etwas bewegen, etwas erschaffen oder Kunden zufrieden stellen.
Leider haben die beiden vorherrschende Denkströmungen unserer modernen Gesellschaft dies offen oder subtil hintertrieben. Aus christlicher Sicht begann das Joch der Arbeit mit dem Sündenfall Adams und Evas im Paradies. Das Leben im Paradies wurde als das süße Nichtstun beschrieben, und noch heute redet man von Reiseparadies und meint damit, mal so richtig die Beine baumeln lassen und gar nichts tun.
Später kam dann der bärtige Karl Marx aus Trier und er und seine Genossen sahen in der Arbeit das Unterdrückungsinstrument des Kapitals den werktätigen Klassen gegenüber. Arbeit war „entfremdet“ und kam ausschließlich den Ausbeutern zu Gute. Und so sind viele von uns ideologisch aufgewachsen: Arbeit als Vertreibung aus dem Paradies oder Schuften als fremdbestimmtes Tun.
Noch heute kann man in unseren Breiten diese zwiespältige Haltung zur Arbeit spüren. Sie wird als Übel gesehen, notwendig zum Broterwerb, nicht aber als Chance zur Selbstverwirklichung. Man wünscht sich zum Abschied einen schönen Feierabend, aber selten einen schönen Arbeitsbeginn. Wochenenden und Urlaubstage sind in Deutschland heilig, so als seien sie die letzten Inseln des trauten Glückes. Arbeitszeitverkürzung wird an sich als positiv empfunden, verkürzt sie doch die Leidenszeit.
Il lavoro nobilita l’uomo, meint ein italienisches Sprichwort. Die Arbeit adelt den Menschen.