PoD

Die Deutschen – ein Volk von Dichtern und Denkern. Vor allem aber von verhinderten Dichtern, möchte man noch hinzufügen.

bodproduktionblog.jpgAls ich vor Jahren das ECON-Wirtschaftslektorat leitete, da konnten wir es jeden Morgen am Stapel des Posteingangs feststellen. An guten Tagen bis zu 20, an schlechten immerhin noch drei, vier Manuskripte, die dem Verlag unaufgefordert zugesandt worden waren.

Neunundneunzig komma neun Prozent aller Einsendungen waren nicht zu gebrauchen. Die meisten Manuskripte erinnerten mich an das Bonmot, Bücher seien eine gute Möglichkeit, seine Schwiegermutter zu beeindrucken. Nicht immer (wohl aber zu oft) war die fehlende Qualität zu bemängeln, da hätte man zur Not handwerklich nachhelfen können.

Vieles war für einen großen Verlag einfach überdimensioniert. Mal war die Zielgruppe winzig, ein ander Mal das Thema von nur lokalem Interesse oder die Absatzerwartung zu dürftig.

Mittels moderner Technik kann in unserer Zeit allen nicht erhörten Autoren geholfen werden. Print on Demand – PoD – heißt das Zauberwort. Mittels Digitaldruck können heute Bücher selbst in geringen Losgrössen in sehr guter Qualität hergestellt werden. Die abgelehnten Autoren sind nicht mehr den Druckkostenzuschüßlern ausgeliefert, sondern können sich für überschaubares Geld ihren Büchertraum erfüllen.

Nummer 1 und Benchmark in Sachen Print on Demand ist die Norderstedter Firma Books on Demand (BoD) mit über 50.000 lieferbaren Titeln im Programm. Neben dem Herstellungsprozeß leistet BoD umfassende professionelle Hilfestellung für seine Autoren: Da gibt es Lese-Events, Autoren-Workshops, eigene Bestsellerlisten und informative Newsletter. Selbst ein Lektorat kann mitgebucht werden.

Auch der Vertrieb steht etablierten Büchern nicht viel nach: Auf der Homepage kann gestöbert werden und über bekannte Online-Shops wie Libri oder amazon bestellt werden. Auch können die BoD-Bücher in jeder Buchhandlung geordert werden.

Print on Demand bewirkt eine Öffnung des Verlagswesens und macht den manchmal etwas angestaubten Literaturbetrieb etwas weniger elitär. Damit entpuppt sich der Digitaldruck als eine überaus sympathische Ergänzung des Branchenangebots.

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3 Gedanken zu „PoD

  1. Silke Heil

    Sehr geehrter Herr Dr. Stock,

    Ihr Artikel ist sehr interessant für mich und bietet mir eine Option zum renommierten Verlag. Eine Frage habe ich jedoch: Stimmt es, dass BoD für 5 Jahre des Verkaufsrecht behält, so dass ich bei Interesse durch einen Verlag NACH Veröffentlichung durch BoD 5 Jahre an BoD gebunden wäre?

    Beste Grüße

    Silke Heil

  2. Friederike Künzel

    <p>Sehr geehrte Frau Heil,<br />
    jeder Autor schließt für seine Buchveröffentlichung einen so genannten Buchvertrag mit BoD ab. In ihm sind u. a. die Rahmendaten des Druckwerks festgelegt (Format, Seitenzahl, Ladenpreis, Autorenmarge, Preise für Eigenbestellungen etc.). Dieser Vertrag läuft fünf Jahre. Wenn der Autor mit seinem Buch vor Ablauf der Vertragslaufzeit zu einem anderen Verlag wechseln möchte, kann er das jederzeit bei Zahlung einer Ausstiegsgebühr von 299 Euro tun.
    Friederike Künzel, Pressesprecherin BoD
    Books on Demand GmbH
    E-Mail: friederike.kuenzel@bod.de

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