Preiswert oder billig?

Ihre Zeitschriften sind aber teuer, so höre ich ab und an einen Kunden klagen. Dann pflege ich gut gelaunt zu antworten: Ja, das stimmt, sie sind teuer. Aber gut! Mein Gegenüber schaut dann ganz reumütig und nickt schnell. Und ist mental dort, wo ich ihn eigentlich auch gerne haben möchte.

Wir wissen, Geiz ist seit langem geil in Deutschland. Diese Knauser-Mentalität hat jedoch verhängnisvolle Auswirkungen auf den Konsum hierzulande gezeigt. Sie hat in der mentalen Konsequenz zu einer Geringschätzung von guter Leistung geführt. „Viele Menschen kennen den Preis einer Sache, nicht aber ihren Wert“, meinte Oscar Wilde treffend.

Als Anbieter einer hochwertigen Ware müssen wir die Konsumentenmeinung wieder vom Geiz-Kopf auf ehrliche Füsse stellen. Das muss unser Ziel sein: Der Käufer sollte den Preis nicht in Relation zu anderen Preisen sehen, sondern einzig und allein zu der Werthaltigkeit für ihn. Er sollte beispielsweise nicht die Kosten eines Magazins, einer Zeitung oder eines Buches mit den Kosten eines Kneipenbesuches vergleichen, sondern ausschließlich die Magazinkosten mit dem Magazinnutzen.

Das Problem ist daher nicht in erster Linie der objektive Preis eines Produktes, sondern sein subjekter Wert. Erwartet der Käufer eines Presseerzeugnisses einen hohen Nutzen (das können Information, Bildung oder auch Unterhaltung sein), dann spielt der Preis eine untergeordnete Rolle.

Der wunde Punkt liegt also meist nicht in einem zu hohen Preis eines Produktes, sondern in seinem zu niedri­gen Wert.

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