Computer vs. Goethe
Hirn schlägt Computer. Logo. Aber wie nahe ist der Computer an das Hirn heran gekommen? Wie sieht es beispielsweise mit den Übersetzungsprogrammen aus, die man im Internet findet? Kommen diese elektronisch generierten Texte an Übersetzungen durch den Menschen heran?
Lassen Sie uns ein Experiment wagen. Johann Wolfgang von Goethes wunderbare Zeilen über Natur und Mensch sollen der Ausgangspunkt sein.
Über allen Gipfeln
Ist Ruh’
In allen Wipfeln
Spürest du
Kaum einen Hauch;
Die Vögelein schweigen im Walde.
Warte nur! Balde
Ruhest du auch.
Das ist großartig, Weltklasse des Maestro, sicherlich eine Spitzenleistung der rechten Hirnhälfte. Lassen wir Goethes Poem einfach einmal über ein kostenloses Übersetzungprogramm - hier FreeTranslation.com - laufen. Im Englischen liest sich unser Goethe dann so:
Over all summit,
quiet is sense;
in all tree tops
you hardly
a breath;
the little birds are quiet in the forest.
Would wait only! Soon
you will rest also.
Man vermag den Sinn zu erkennen. Immerhin. Aber da wir ja nicht aller Finessen der englischen Sprache mächtig sind, lassen wir diesen englischen Text dann nochmals über das Übersetzungsprogramm laufen und übersetzen ihn quasi zurück ins Deutsche. Heraus kommt dann folgendes:
Über allen Gipfel
ist Ruhe
Sinn, in allen Bäumenoberteilen
Sie kaum
ein Atem:
die kleinen Vögel sind ruhig im Wald.
Würde nur warten! Bald
werden Sie auch ruhen.
Auch wenn die Bäumenoberteilen ein wenig verunglückt daher kommen, so ist die zweite Hälfte denn - grosso modo - doch verständlich und sinnhaftig. Der Standard ist hoch in der elektronischen Übersetzung. Nicht Goethe, logisch, aber man versteht. Die Maschine rückt dem Hirn näher.