Mein Magazin des Jahres 2007: 11 Freunde

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Ja, das gibt es noch. Da gründen zwei, drei Halbverrückte einen Verlag und verlegen eine Zeitschrift in einem Segment, in dem es bislang nur so wimmelte von Zahlen, Tabellen und Listen, also von ziemlichem Langeweilerkram.

Das Magazin für Fußball-Kultur. Fußball-Kultur. Das hört sich zunächst so passend an wie ‚demokratischer Sozialismus‘ oder wie ‚Vegetarier im Metzgerladen‘. Aber die Art und Weise wie diese Zeitschrift aus Berlin ihre Geschichten erzählt, das ist ganz feines Fußball-Feuilleton. Da wird Hirn und Herz angesprochen, da rückt die scheinbare Marginalie ins verdiente Zentrum, da wird der Ball zu Kunst und Kult.

Großartig immer der Blick über den nationalen Tellerrand. Ballhistorie aus Südamerika und Afrika. Eine Geschichte wie „Helden wie wir“ über zwei Amateurfussballer der Oberliga Hessen, die sich unverhofft in der afghanischen Nationalmannschaft wiederfinden, ist großer Journalismus. Großer Journalismus an einer großen Sache, möchte man sagen.

11 Freunde ist handwerklich erstklassig gemacht: Gute Stories, sauber recherchiert, wunderbar geschrieben. Dazu ein klares Layout und eine formidable Bildsprache. Seit acht Jahren machen die Berliner ein Magazin für den intelligenten Fußball-Fan. Wer 11 Freunde liest, der merkt schnell: Die Latte liegt hoch in der Fußball-Journaille.

Deshalb ist 11 Freunde für mich das Magazin des Jahres 2007. Chapeau!

siehe auch: Mein Magazin des Jahres 2008
siehe auch: Mein Magazin des Jahres 2009