Print lebt!
Guter Vortrag gestern abend von Wolfgang Dittrich auf dem VZB-Verlagsabend im Münchner Literaturhaus. “Die Zukunft der Zeitschrift: Populäre Irrtümer und beruhigende Gewissheiten” waren die Ausführungen des Leiters der “Hubert Burda Media Research” überschrieben.
Der Marktforscher warf zunächst einen Blick auf den starken Wettbewerber “Online”. Mittlerweile beträgt die durchschnittliche Verweildauer im Internet täglich 40 Minuten, von den jungen Leute besitzen 90 Prozent einen Online-Zugang. Und die Online-Kurve geht steil nach oben, Sätttigung noch lange nicht in Sicht.
Und der nächste digitale Massentrend naht: Das Internet wird mobil. Hier setzt das iPhone von Apple neue Maßstäbe. Jedoch bleibt interessanterweise die Zahl der Zeitschriftenleser stabil. Dittrich sieht keine direkte Kannibalisierung zwischen Print und Online. Auch Onliner lieben Zeitschriften.
Print zeigt nach wie vor Muskeln und besitzt starke Marken. Innovationen bleiben auch in Print möglich. Die letzten Monate und Jahre haben so unterschiedliche Launches wie Neon, Vanity Fair oder Cicero gesehen. Dittrich warnte die Verleger davor, Investionen in Print zu vergessen.
Print und Online besitzen verschiedene Funktionen, die es klug aufeinander abzustimmen gilt. Online bedeutet Kommunikation, Interaktion, Online ist aktiv und aktuell. Print hingegen ist eher Entspannung, Kontemplativ, nicht ganz so aktuell und passiv.
Beide Vorzüge gilt es auszuspielen, “Hand in Hand”. Strategisch sollten sich beide Medienformen befruchten. Nicht Verdrängung ist angesagt, sondern eine intelligente Verknüpfung.