McDonald’s oder Burger King?
Erhellender Vortrag des Psychologen Dirk Held, der sich als Hirnforscher mit Branding - der Namensgebung von Produkten - befasst. Läuft unter dem Stichwort Neuromarketing. Spannende Frage: Hat ein Name - unterbewußt - Auswirkung auf die Kaufentscheidung des Konsumenten?
Lassen Sie uns kurz ein Spiel machen.

Entscheiden Sie schnell und spontan: Was ist Takete, was ist Maluba?
Merkwürdig, nicht wahr? Obwohl keine näheren Informationen vorliegen, vermögen die allermeisten Menschen rasch und sicher die Namen den Formen zuordnen.
Dabei sind nicht wir es, die diese Entscheidung treffen. Der homo sapiens müßte eigentlich nach rationalen Informationen verlangen. Braucht er aber nicht, weil hier der “Autopilot” in unserem Unterbewußtsein arbeitet, der das offene, vokalfreundliche “Maluba” den runden, weichen Formen zuweist und das konsonantscharfe “Takete” der spitzen, bedrohlichen Form.
Übrigens, mehr als 99,9 Prozent unserer täglichen Entscheidungen laufen über den “Autopiloten” in uns ab. Denken Sie nur an das Autofahren. Ihre erste Fahrstunde war - der bewußte Pilot. Sie mußten auf’s Gas achten, Kupplung drücken, Gang einlegen - und all dies auch noch koordinieren. Heute telefonieren Sie beim Fahren, hören Radio, unterhalten sich mit dem Beifahrer. Denn fahren, das tut Ihr Autopilot. Wenn es diesen Autopiloten nicht gäbe, man würde ob der zigtausend Eindrücke, die auf unser Hirn einprasseln, schier verrückt werden.
Insofern ist es für die Namensgebung eines jeden neues Produktes wichtig, auch die tiefenpsychologische Dimension zu berücksichtigen. Unser Autopilot urteilt im Bruchteil einer Sekunde, ob wir einen Produktnamen mit positiven oder negativen Erfahrungen in Verbindung bringen. Logisch klingt dann die Aussage von Dirk Held: “Burger King” kann sich noch so anstrengen, sie werden “McDonald’s” nie überrunden können.
Sie wissen schon warum. Maluba!