John Naisbitt: It’s China, stupid!

Gestern ein langes Mittagessen mit John und Doris Naisbitt im exzellenten Spatenhaus mit Blick auf die Münchener Oper. John Naisbitt, der große amerikanische Trendforscher, hat über 18 Millionen Bücher verkauft und allein sein Hauptwerk Megatrends ging weltweit 11 Millionen mal über die Ladentheke. In diesen Megatrends, 1982 erschienen, beschreibt er 10 Trends, die unsere Zukunft bestimmen. Er lag bei keiner Prognose daneben.

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John ist von dem Thema China beseelt. Er war in diesem Jahr bereits siebenmal im Reich der Mitte und ist von dem rasanten Tempo der Entwicklung beeindruckt. Während wir in Europa das heutige China häufig noch als Land der gelben Ameisen sehen, ihm gar Entwicklungshilfe zukommen lassen, hat sich das Land längst zum selbstbewußten global player entwickelt. Die Chinesen genießen ihre wirtschaftliche Freiheit und einen Wohlstandsschub wie noch nie.

Präsident Hu spreche ausdrücklich von “Marktwirtschaft”, und nicht verbrämt von “sozialistischer Marktwirtschaft” oder “Marktwirtschaft mit menschlichem Antlitz”. Marktwirtschaft pur. Das Wort “Kommunismus” komme hingegen im offiziellen Sprachgebrauch kaum noch vor. Wahrscheinlich gibt es in Deutschland heute mehr Kommunisten als in China, machen wir uns lustig.

Problembereiche seien der politischen Elite bekannt: Korruption, ökonomische Überhitzung, Umweltverschmutzung. Man sei, meint John, auf dem richtigen Weg. Er halte China übrigens nicht für eine aggressive Macht, der Militäretat sei im letzten Jahr gekürzt worden, die Chinesen interessiert hauptsächlich, das Land wirtschaftlich voran zu bringen.

Die Entwicklung sei nicht mehr umkehrbar. Der ökonomischen Freiheit werde die politische Freiheit folgen. Das sei ein langsamer Prozess, aber er laufe. Die Chinesen denken nicht in Monaten oder Jahren, sondern in Dynastien.

Und John Naisbitt ist in solchen Fragen nicht nur Beobachter, er möchte miterleben, dabei sein. Am Abend haben die Naisbitts die Lufthansa-Maschine nach Peking genommen und werden fortan ihren Wohnsitz nach Tianjin, der 10-Millionen-Metropole nördlich von Peking, verlagern. John wird dort, neben seiner Professorentätigkeit an chinesischen Universitäten, forschen und schreiben. Und Doris wird weiterhin darauf achten, dass es ihm gut geht. Ein neues Abenteuer bricht an im Leben des sympathischen Amerikaners. Respekt, man mag es kaum glauben, der Mann wird nächsten Januar 79 Jahre jung.

siehe auch: John Naisbitt - Facts, not Fiction
siehe auch: Chinas Mega-Megatrend


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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