Rich

Überaus apart, dass die Rich-Macher mir ihr Magazin zusenden und mich für Zielgruppe halten. “Rich” ist Deutschlands erstes Statusmagazin, eine Zeitschrift für Millionäre, und deshalb kann man “Rich” nicht am gemeinen Kiosk kaufen. Der Verlag entscheidet, wen man für Rich-würdig hält und der kriegt das Magazin dann ungefragt und kostenlos zugeschickt. Nur die Reichen und Schönen dürfen “Rich” lesen.

Und so sieht das Blatt dann auch aus. Hochglanzstrecken – von A wie Armani bis Z wie Zenith – mit großen, angeschnittenen Fotos und wenig Text. Die weiblichen Models setzen ihren schönsten Sugar-Daddy-Blick auf und die männlichen Models gucken nicht minder dösig. Thematisch dreht sich alles um die Fetische der Neu-Reichen: schnelle Autos, hippe Kleidung oder teure Uhren. Auch der Privatjet darf natürlich nicht fehlen. Stil wird mit Style verwechselt.

Sicherlich kann man der Auffassung sein, Reichtum finde seine Erfüllung im Konsum teuren Fummels und dicker Zigarren. Aber irgendwie bleibt dieses armselige Verständnis von Reichtum immer an der Oberfläche kleben. Bei “Rich” merkt man mal wieder: Reiche Menschen sind nur arme Menschen mit viel Geld.

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