KiKuMa

Auf den Schreibtisch flattert das KiKuMa, das neue “Kinder-Kultur-Magazin für Eltern und Kinder”. Es liegt diese Woche einem Dutzend Zeitungen bei und verzeichnet die beeindruckende Auflage von 1,3 Millionen Exemplare.

KiKuMa

Man muß sich den Untertitel auf der Zunge zergehen lassen. Die erste Bindestrich-Hälfte holpert, die zweite ist verlegerischer Nonsense. “Für Eltern und Kinder”? In einer Zeit, in der die Medienlandschaft sich immer weiter segmentiert und in Kleinstzielgruppen atomisiert, will nun ein Magazin Eltern und Kinder beglücken. Demnächst erwartet uns wohl eine Zeitschrift “für Alte und Junge” oder “für Reiche und Arme”.

Alleine eine Zielgruppe “Kinder” ist höchst schillernd. Welche Kinder sind gemeint? Etwa 6-Jährige oder 9-Jährige oder 13-Jährige? All sie verlangen eigene Zeitschriften, unterschiedliche Ansprache, die Altersgruppen müssen dort abgeholt werden, wo sich ihre Lebenswirklichkeit abspielt.

Auf Seite 2 ein ganzseitiges Grußwort des sicherlich sehr netten Staatsministers Bernd Neumann, das die Kinder vermutlich in Begeisterungsstürme ausbrechen lassen wird. Innen im Heft regiert die inhaltliche und optische Tristesse. Ein Magazin aus der Kategorie: Zeitschriften, die niemand braucht.

Hätten sich die Macher kundig gemacht, wie der Zeitschriftenmarkt heute funktioniert, wie Kinder angesprochen werden wollen oder wo noch eine Marktlücke zu finden ist – dann hätte man vielen Hunderten finnischen Bäumen das Leben retten können. Die Chancen dieses Magazins auf dem Markt: null!

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