ZEIT zum Rausreißen
Hier sei Benzin billiger als Mineralwasser, schreibt Hans Christoph Buch in seiner grandiosen Reportage über Venezuela und schildert, wo und wie der größenwahnsinnige Hugo Chávez mit seinen Petrodollars herumwirft. Dieses Meisterstück steht in der ZEIT dieser Woche, es ist der packende Zustandsbericht eines Landes zwischen Diktatur und Nepotismus über ganze fünf Seiten.
So wie es an Kaufhauskassen eine Abstimmung mit dem Portemonnaie gibt, so ist bei meinem Printkonsum eine Abstimmung per Herausreißen zu beobachten. Gefällt mir ein Artikel besonders, soll er gar zum Wiederlesen oder Archivieren genutzt werden, so reiße ich ihn aus der Zeitschrift oder Zeitung heraus. Das Ergebnis war über die Jahre hin stabil: Der STERN blieb immer heil, beim FOCUS gab es so einmal im Monat ein, zwei Blätter, der SPIEGEL lag meist mit fünf, sechs Seiten pro Woche vorn. In den letzten Monaten hat sich unmerklich, aber beharrlich die ZEIT auf den ersten Platz vorgeschoben. Kaum eine Ausgabe, in der nicht zwei oder drei vorzügliche Artikel zu finden wären. Die ZEIT ist wieder richtig lesbar geworden.